Beschreibung
Glas und gehärtetes Glas (ESG) – Maßanfertigung für Ihre Bedürfnisse
Normales Flachglas (Floatglas) wird für viele verschiedene Zwecke verwendet. Es hat zahlreiche Bezeichnungen: Floatglas, gehärtetes Glas, Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG), schlagfestes Glas, Sicherheitsglas, Glasplatte für Tisch, Bauglas, Einrichtungsglas, Küchenrückwand aus Glas.
Flachglas ist in verschiedenen Farbtönen erhältlich, zum Beispiel klar, grau, extraklar (Optiwhite), blau und andere. Flachglas kann auch in jeder Wunschfarbe lackiert werden (rücklackiertes Glas, weiß rücklackiertes Glas) oder man kann ein Foto auf die Glasrückseite drucken. Glas kann auch beschichtet werden, zum Beispiel um Reflexionen auf der Glasoberfläche zu entfernen.
Anwendungsbeispiele
Fensterglas
Üblicherweise 4mm oder 6mm dick, die Dicke richtet sich nach Glasgröße und Einbauort. Manchmal erfordert der Standort (z.B. stark frequentierte Durchgänge, Türnähe) auch gehärtetes oder laminiertes Glas.
Tischglas (Tischplattenschutzglas)
Detaillierte Bestellhinweise für Tischglas finden Sie hier: Tischglas-Abdeckung
Dicke: Üblicherweise 6mm, gehärtet oder ungehärtet.
Kantenschliff: Wir empfehlen unbedingt eine Glanzpolitur.
Glastyp: Bei heller oder weißer Tischoberfläche empfehlen wir extraklares Glas, das den Grünstich normalen Glases deutlich reduziert.
Eckradius: Wir empfehlen mindestens einen kleinen R2-R3mm Eckradius, um die Schärfe der Glasecken zu entfernen.
Küchenrückwand aus Glas
Detaillierte Bestellhinweise für Küchenrückwände finden Sie hier: Küchenrückwand aus Glas
Dicke: Üblicherweise 6mm, gehärtet oder ungehärtet.
Kantenschliff: Wir empfehlen eine Glanzpolitur.
Glastyp: Bei heller oder weißer Wandoberfläche empfehlen wir extraklares Glas.
Kaminbodenplatte (Funkenschutz)
Kaminbodenplatten sind immer gehärtetes Sicherheitsglas, da man in der Regel auf dem Glas laufen muss und heiße Glut oder Brennholz auf das Glas fallen kann.
Dicke: Üblicherweise 6mm, aber aus optischen Gründen werden manchmal auch 8mm und 10mm verwendet.
Kantenschliff: Wir empfehlen immer mindestens eine Glanzpolitur, oder für bessere Optik einen Facettenschliff oder 45-Grad-Schliff.
Eckradius: Vorderecken sollten mit mindestens R10mm Radien abgerundet werden.
Ganzglas-Tischplatten
Immer gehärtetes Glas, Dicke 6mm, 8mm, 10mm – oder für ein massives Erscheinungsbild sogar 19mm.
Glasregale
Detaillierte Bestellhinweise für Glasregale finden Sie hier: Glasregal nach Maß
Dicke: Üblicherweise 6mm oder 8mm, je nach Regalbreite und Belastung.
Kantenschliff: Wir empfehlen Glanzpolitur oder Facettenschliff für ein beeindruckendes Finish.
Glastyp: Extraklares Glas ist die beliebteste Wahl für Glasregale, da es dem Regal kristallklare Reinheit ohne den Grünstich normalen Glases verleiht.
Härtung: Wir empfehlen die Härtung besonders für längere Regale und Standorte mit schwereren Gegenständen.
Terrassenwandverglasung
Es wird immer gehärtetes Glas verwendet, weil:
- Terrassenkonstruktionen sich normalerweise mehr bewegen als andere feste Gebäudestrukturen
- Glasflächen großformatig sind
- Terrassen stark frequentierte Bereiche sind
- Höheres Kollisionsrisiko mit Glas auf Terrassen besteht
- Die Verglasung meist nahe an den Boden reicht
Terrassenwandglas ist üblicherweise 4mm oder 6mm dickes gehärtetes Glas, je nach Glasgröße, Befestigungsart und Umweltbelastungen.
Terrassendachglas
Immer gehärtetes, dickes Glas, üblicherweise 8mm, 10mm oder 12mm. In öffentlichen Räumen, bei Höhen über 4 Metern oder bei größeren Spannweiten wird gehärtetes+laminiertes Glas verwendet, z.B. 8+8mm oder 10+10mm für maximale Sicherheit.
Saunaglaswände
Immer gehärtetes Glas, üblicherweise 8mm oder 10mm dick. Sie können eine fertige Saunaglaswand hier bestellen.
Gehärtetes Glas (ESG, Sicherheitsglas)
Wenn Sie mehr Sicherheit als bei normalem Flachglas wünschen, können Sie die Härtung (ESG) wählen. Nach der Härtung ist das Glas etwa 3-5 mal stärker als ungehärtetes Glas (ausgenommen der Kantenbereich). Bei Bruch zerfällt gehärtetes Glas in kleine, stumpfe Krümel, wodurch die Verletzungsgefahr durch Schnitte stark reduziert wird.
- Zerfällt in kleine Krümel – große, scharfe Scherben sind beim Bruch nicht möglich
- 3-5x stärkere Oberflächenbeständigkeit
- Widersteht Temperaturdifferenzen von 200°C (ungehärtet nur 40°C)
- Maximale Betriebstemperatur +300°C
Die Kanten von gehärtetem Glas werden immer mit einem groben Bandschliff geschliffen (auch wenn „Nur geschnitten mit scharfen Kanten" gewählt wurde). Gehärtetes Glas hat immer einen kleinen Härtestempel in der Glasecke.
Wann wird eine Härtung empfohlen?
- Tischglas und Glasabdeckungen (insbesondere Ganzglastische)
- Kaminbodenplatten (wegen heißer Glut zwingend erforderlich)
- Terrassenverglasung (große Glasflächen, Kollisionsgefahr)
- Küchenrückwände (Hitze, mechanische Belastung)
- Saunaglaswände (Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit)
- Glasregale und Durchgangsverglasung
Gehärtetes oder laminiertes Glas vorgeschrieben:
In Gebäuden und im Bauwesen allgemein:
- Öffentliche Räume: Sicherheitsglas (gehärtet oder laminiert), wenn die Unterkante des Glases weniger als 1500 mm über dem Boden oder weniger als 300 mm von einer Türöffnung entfernt ist
- Private Räume (Wohnungen): Sicherheitsglas, wenn die Unterkante weniger als 700 mm über dem Boden liegt, und in Türen immer, wenn unter 1500 mm über dem Boden
- Absturzgefährdete Bereiche: Gehärtetes Glas allein reicht nicht aus – verwenden Sie immer laminiertes oder gehärtetes+laminiertes Glas, da gehärtetes Glas bei Bruch in kleine Krümel zerfällt und keinen Absturzschutz bietet
Wichtig: Prüfen Sie immer die aktuellen Bauvorschriften und konsultieren Sie den Tragwerksplaner Ihres Projekts – Vorschriften können sich ändern und es können zusätzliche Anforderungen gelten.
Kantenschliff und Veredelung
Wenn die Glaskanten nach der Installation sichtbar bleiben, empfehlen wir eine Glanzpolitur der Kanten. Dabei werden die scharfen Glaskanten glatt geschliffen und auf Hochglanz poliert – präsentationsfertig.
Besonderheit beim Facettenschliff: Wenn alle Ecken des Glases mit Eckradien unter 11mm abgerundet sind, wird der Facettenschliff geradlinig geschliffen und folgt nicht den Eckabrundungen. Andernfalls wird der Facettenschliff per CNC-Maschine geschliffen, sodass er der Kantenlinie des Glases einschließlich der Abrundungen folgt.
Glastypen und Spezialglas
Extraklares Glas (Optiwhite, ClearVision, Diamant)
Diese Glasart wird oft unter dem Handelsnamen bezeichnet, z.B. Optiwhite-Glas. Extraklares Glas ist klarer als normales Klarglas, da es einen geringeren Eisengehalt aufweist.
Normales Glas
- Grünlicher Farbstich bei dickem Glas
- Weiße Rücklackierung → stark grünlich
- Kante dunkelgrün
- Gut für den allgemeinen Gebrauch
Extraklar (Optiwhite)
- Minimaler Grünstich
- Weiße Rücklackierung → reineres Weiß
- Kante etwas heller (nicht völlig farblos)
- Empfehlung: Einrichtungsglas, Spiegel, helle Rücklackierungen
Extraklares Glas (Dicken 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, 15 und 19mm) haben wir stets auf Lager und somit kurzfristig lieferbar. Für Einrichtungsglas ist die am häufigsten verwendete Dicke 6mm.
Bild: Links extraklares Optiwhite-Glas, rechts normales Glas
Reflexionsarmes Glas (Pilkington OptiView Ultra DC)
Für Anwendungen, bei denen Sie extrem klar durch das Glas sehen möchten. Die Lichtdurchlässigkeit des Glases beträgt bis zu 99%.
Getöntes Glas
Erhältlich in Grau, Dunkelgrau, Bronze, Grün und Blau. Getöntes Glas kann verwendet werden:
- Aus ästhetischen Gründen
- Zur Reduzierung des solaren Wärmeeintrags (absorbiert Sonnenwärme)
- Der Raum heizt sich weniger auf als bei Verwendung von Klarglas
Satiniertes Glas (Mattglas)
Die Oberfläche von satiniertem Glas ist säuregeätzt auf eine matte Oberfläche, wodurch das Glas Sichtschutz bietet oder der Inneneinrichtung ein besonderes Aussehen verleiht.
Selbstreinigendes Glas
Selbstreinigendes Glas bietet Komfort und Bequemlichkeit im Alltag, da es die Anzahl der erforderlichen Reinigungen deutlich reduziert. Zu beachten ist jedoch, dass selbstreinigendes Glas die Reinigung nicht vollständig überflüssig macht.
- Im Außenbereich
- An einem Ort, wo die selbstreinigende Beschichtung des Glases ausreichend erhält:
- UV-Strahlung der Sonne (UV-Strahlung aktiviert die Beschichtung und zersetzt biologisch abbaubaren Schmutz)
- Regenwasser, das den zersetzten Schmutz abspült (oder alternativ Gartenschlauch)
Pilkington MirrorPane Chrome und Chrome PLUS (Gehärteter Spiegel)
Vorderseitig beschichtete Spiegel der Pilkington MirrorPane Serie können gehärtet, geschliffen und bearbeitet werden (Bohrungen, Fräsungen usw.) – genau wie normales Glas.
Beispiele für Eckradien
R oder Radius beschreibt, welchem Kreisabschnitt die Eckabrundung entspricht.
Alltagsvergleiche:
- Schallplatte (LP): Durchmesser ~300mm → Radius R=150mm
- CD: Durchmesser 120mm → Radius R=60mm
- 2-Euro-Münze: Durchmesser ~25mm → Radius R=12,5mm
- 10-Cent-Münze: Durchmesser ~20mm → Radius R=10mm
R1 - R2 (1-2mm)
Verwendung: Nur Entfernung der Schärfe, für das Auge kaum rund
Empfehlung: Wenn minimale Abrundung gewünscht, Glas aber nahezu rechteckig bleiben soll
R3 - R5 (3-5mm)
Verwendung: Kleine, aber deutlich sichtbare Abrundung
Empfehlung: Tischglas, Regale – am häufigsten verwendete Größe
R10 - R20 (10-20mm)
Verwendung: Deutlich abgerundete Ecken
Empfehlung: Kaminbodenplatten (min R10mm), Einrichtungsglas, Designelemente
R50+ (50mm oder mehr)
Verwendung: Große Abrundungen, „nahezu runde" Ecken
Empfehlung: Sonderform-Tische, Einrichtungsglas, Kunstobjekte
- Bei Tischglas empfehlen wir mindestens R2-R3mm Eckradius aus Sicherheitsgründen
- Bei Kaminbodenplatten mindestens R10mm Radien an den Vorderecken
- Wenn das Glas in einen Rahmen kommt, ist ein Eckradius möglicherweise nicht erforderlich
- Größere Abrundungen (R10+) erhöhen Ästhetik und Sicherheit
Rücklackiertes Glas
Wir können die Rückseite des Glases auf Bestellung in Ihrer Wunschfarbe lackieren. Rücklackiertes Glas eignet sich beispielsweise als Glasabdeckung für Esstische, als Wandglas für die Inneneinrichtung oder als Küchenrückwand. Aus rücklackiertem Glas lassen sich beeindruckende Einrichtungselemente gestalten.
- Grundglas: Für die Rücklackierung empfehlen wir immer „Extraklares Glas" (Optiwhite), das nur wenig des natürlichen Grünstichs aufweist. So sind die Farbwiedergabeeigenschaften optimal.
- Farbwiedergabe: Extraklares Glas ist nicht völlig farblos, und das Glas „beschattet" bzw. verdunkelt den Farbton leicht. Durch das Glas betrachtet ist die Farbe daher nie identisch mit dem gleichen Farbton ohne Glas.
- Schwarze Farbe: Ändert sich kaum, ob auf normalem oder extraklarem Glas lackiert.
- Verwendung: Rücklackiertes Glas ist nur für den Innenbereich geeignet. Die lackierte Seite muss immer an einer anderen Oberfläche (Tisch, Wand) verborgen und vor Kratzern geschützt sein.
Vergleichsbild: Weiße Lackierung auf extraklarem vs. normalem Glas
Links: Extraklares (Optiwhite) Glas – Rechts: Normales Glas
Beachten Sie den starken Grünstich des normalen Glases bei weißer Lackierung!
Beispielbild: Rundes extraklares Glas, lackiert in Violett RAL 4003
6mm extraklares Glas, Rücklackierung RAL 4003 Violett
Tipps zur Farbauswahl:
- Weiße und helle Farbtöne: Verwenden Sie IMMER extraklares Glas → Reineres Ergebnis
- Schwarze Farbtöne: Normales Glas genügt, der Unterschied ist minimal
- Leuchtende Farben: Extraklares Glas empfohlen → Farben strahlen besser
- Dunkle Farben: Normales Glas funktioniert gut
- RAL-Farbcodes: Sie können jeden RAL-Farbcode bestellen
Beliebte Anwendungen für rücklackiertes Glas:
- Küchenrückwand (verbirgt die Wand + leicht zu reinigen)
- Tischglasabdeckung (verändert die Tischfarbe)
- Wandpaneele und Einrichtungsglas
- Badezimmerwandglas
- Schranktüren
- Schiebetüren
Bohrungen im Glas
Sie können auch Bohrungen im Glas an beliebiger Stelle bestellen. Bei Glasbohrungen gelten bestimmte Regeln, wo Löcher gebohrt werden können.
- Jede Glasdicke hat eigene Mindestabstände – wie weit der Bohrungsrand vom Glasrand, der Glasecke oder einer anderen Bohrung entfernt sein muss
- Wenn das Glas gehärtet wird, sind diese Abstände größer als bei ungehärtetem Glas
- Die Abstände nehmen mit der Glasdicke zu
- Auch für den Bohrungsdurchmesser gibt es je nach Glasdicke ein Minimum
Technische Informationen zu Bohrungen:
- Kanten: Bohrungen haben immer eine Rohkante – sie sind dafür vorgesehen, verdeckt zu werden
- Größe: 6-40mm Bohrungen werden hauptsächlich mit Diamantbohrer ausgeführt
- Große Bohrungen: Über 40mm werden entweder gebohrt oder per CNC-Maschine gefräst
- Keine Obergrenze: Wir können nahezu jede Bohrungsgröße im Glas herstellen
- Randbohrungen: Bohrungen können auch bündig mit der Kante sein, d.h. halbe Bohrungen z.B. für Kabeldurchführungen oder Kaminbodenplatten an rundem Kamin
Beispielbilder:
Beispiel: Mehrere Bohrungen im Glas, Mindestabstände berücksichtigt
Beispiel: Kaminbodenplatte für runden Kamin – Halbbohrung am Rand
Sonderlösungen:
Überlappende Bohrungen: Bohrungen dürfen nicht zu nahe beieinander liegen, können aber teilweise überlappen (min. 1/3) – so erhalten Sie längere Öffnungen.
(Die Bohrzacken können ggf. gerade bearbeitet werden, wenn die Produktionsmöglichkeiten dies erfordern)
Beispiel: Teilweise überlappende Bohrungen bilden eine längere Öffnung
💡 Praktische Tipps:
- Glas mit Bohrungen sollte gehärtet werden
- Verwenden Sie wenn möglich immer die gleiche Bohrungsgröße (günstiger)
- Gehärtetes Glas kann NICHT nachträglich gebohrt werden – alle Bohrungen müssen vor der Härtung erfolgen!
- Planen Sie die Bohrpositionen sorgfältig – messen Sie genau!
Bei Fragen zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren – wir helfen Ihnen gerne!
Glasgewicht
Sie können auch das Glasgewicht berechnen, wenn Sie die Glasdaten in die Felder eingeben. Der Glasgewichtrechner berücksichtigt nicht die Massenreduktion aufgrund der Glasform, sondern berechnet stets das Gewicht einer rechteckigen Fläche.
Richtwerte (kg/m²):
| 3mm Glas: | ~7,5 kg/m² |
| 4mm Glas: | ~10 kg/m² |
| 5mm Glas: | ~12,5 kg/m² |
| 6mm Glas: | ~15 kg/m² |
| 8mm Glas: | ~20 kg/m² |
| 10mm Glas: | ~25 kg/m² |
| 12mm Glas: | ~30 kg/m² |
| 19mm Glas: | ~47,5 kg/m² |
Gewicht ≈ 2m² × 15 kg/m² = 30 kg
Häufig gestellte Fragen
Kann gehärtetes Glas geschnitten werden?
Gehärtetes Glas kann nach der Härtung nicht mehr geschnitten oder bearbeitet werden. Bei der thermischen Härtung entsteht im gesamten Glas eine extrem starke, einheitliche Spannungszone. Wenn diese Spannung an auch nur einer Stelle freigesetzt wird, zerfällt das gesamte Glas in kleine Krümel. Dieses Zerbrechen ist eine beabsichtigte Sicherheitseigenschaft. Daher müssen alle Schnitte, Schliffe, Bohrungen und sonstige Bearbeitungen vor der Härtung durchgeführt werden.
Ist gehärtetes Glas frostbeständig?
Gehärtetes Glas hält Frost hervorragend stand. Im Außenbereich muss jedoch beachtet werden: Wenn Schmelzwasser in die Verglasungskonstruktion eindringt und z.B. nachts gefriert, kann sich das ausdehnende Eis gegen das Glas pressen und es zerbrechen. Die Verglasungskonstruktion sollte daher so geplant werden, dass kein Wasser eindringen kann und die Konstruktion hinterlüftet ist.
Ist gehärtetes Glas hitzebeständig?
Gehärtetes Glas hält Hitze und Temperaturschocks deutlich besser aus als ungehärtetes Glas. Die maximale Temperaturdifferenz innerhalb des gehärteten Glases darf bis zu 200 Grad betragen, die maximale Betriebstemperatur liegt bei +300°C. Besser hitzebeständig sind z.B. feuerfestes Glas und Borosilikatglas (Borofloat).
Wann ist die Härtung vorgeschrieben?
Die Härtung ist in erster Linie dann vorgeschrieben, wenn Bauvorschriften es verlangen oder wenn das Zerbrechen des Glases ein Personensicherheitsrisiko darstellt – normales Glas zerbricht in große, scharfe Scherben, die schwere Schnittverletzungen verursachen können. Vorgeschriebene oder dringend empfohlene Anwendungen sind: Kaminbodenplatten (immer gehärtet wegen heißer Glut), Saunaglaswände (Temperaturschwankungen), Glastüren und bodennah installierte Verglasungen (Kollisionsgefahr) sowie Ganzglastische (das gesamte Gewicht ruht auf dem Glas). Brüstungsglas ist immer gehärtet und laminiert. Terrassendachglas ist oft ebenfalls gehärtet und laminiert, insbesondere bei größeren Spannweiten.
Warum bricht gehärtetes Glas leichter an der Ecke?
Gehärtetes Glas bricht an der Ecke nicht leichter als normales Glas – der Unterschied liegt darin, was beim Bruch passiert. Wenn ein Stoß die Ecke von normalem Glas trifft, bricht typischerweise nur ein kleines Stück ab. Die Sicherheitseigenschaft von gehärtetem Glas hingegen bewirkt, dass bei einer Beschädigung des Spannungsgefüges – auch an der Ecke – das gesamte Glas auf einmal in kleine, stumpfe Stücke zerfällt. Dies ist eine beabsichtigte Sicherheitseigenschaft, die die Entstehung gefährlicher scharfer Splitter verhindert.
Kann gehärtetes Glas als Kamintürglas verwendet werden?
Auf keinen Fall! Gehärtetes Glas darf niemals als Kamintürglas verwendet werden. Das Kamintürglas ist direkter Flamme und Temperaturen von über +700°C ausgesetzt. Die maximale Betriebstemperatur von gehärtetem Glas beträgt +300°C, sodass es in der Kamintür zerbrechen würde. Als Kamintürglas muss feuerfestes Keramikglas (z.B. Robax oder Neoceram) verwendet werden, das für direkten Flammenkontakt und extrem hohe Temperaturen ausgelegt ist. Dies ist eine Sicherheitsfrage – die Verwendung des falschen Glastyps kann einen schweren Brand oder Personenschäden verursachen.
Was ist der Unterschied zwischen normalem und extraklarem Glas?
Normales Klarglas enthält Eisen, das dem Glas einen grünlichen Farbstich verleiht, besonders bei dickem Glas und an der Glaskante. Extraklares Glas (Optiwhite, ClearVision) wird aus Rohstoffen mit sehr geringem Eisengehalt hergestellt, sodass das Glas deutlich klarer ist und die Farbwiedergabe reiner ausfällt. Der Unterschied zeigt sich besonders bei weißen oder hellen rücklackierten Gläsern: Normales Glas erscheint stark grünlich, während extraklares Glas die Farbe nahezu rein bewahrt. Extraklares Glas wird für alle Einrichtungsgläser, Spiegel und rücklackierten Gläser empfohlen.
Ist die Kante von extraklarem Glas auch grünlich?
Ja, aber deutlich weniger als bei normalem Glas. Sehr kleine Glasstücke (z.B. schmale 50-100mm breite Glasregale) können an den Kanten nahezu kristallklar erscheinen, aber schon bei etwas größeren Stücken (z.B. 200mm breites Glasregal) beginnt auch die Kante von extraklarem Glas grünlich oder dunkelgrün zu erscheinen. Der Grünstich der Kante hängt von der Glasdicke, dem Betrachtungswinkel, der Umgebungsbeleuchtung und der Art des Kantenschliffs ab. Ein matter Schliff (Feinschliff) oder ein 45-Grad-Facettenschliff kann den Kantengrünstich optisch reduzieren.
Ist extraklares Glas vollständig farblos?
Nein, es ist nicht vollständig farblos, aber der Unterschied zu normalem Glas ist dennoch erheblich. Extraklares Glas enthält immer noch etwas Eisen, wenn auch deutlich weniger als normales Glas. Bei dünnem Glas (3-6mm) ist der Unterschied zu normalem Glas deutlich, aber nicht dramatisch. Bei dickem Glas (10-19mm) beginnt auch extraklares Glas leicht grünlich zu erscheinen, wenn auch viel weniger als normales Glas. Wenn Sie absolut farbloses Glas benötigen, können wir als Sonderlösung chemisch gereinigtes Borosilikatglas liefern.
Was ist der Unterschied zwischen polierter Kante und Facettenschliff?
Polierte Kante bedeutet, dass die Glaskante im 90-Grad-Winkel flach geschliffen und klar poliert wird. Die Kante sieht sauber und fertig aus. Facettenschliff bedeutet, dass im Kantenbereich der Glasoberfläche ein schräger Schliff (meist 10-20mm breit) angebracht wird, der dem Glas ein klassisches, luxuriöses Aussehen verleiht und das Licht schön reflektiert. Der Facettenschliff wird üblicherweise in einem Winkel von etwa 3-7 Grad geschliffen. Es gibt auch den 45-Grad-Facettenschliff, der steiler und moderner ist. Die polierte Kante ist funktional, der Facettenschliff ist eher eine ästhetische Wahl.
Braucht Tischglas einen Kantenschliff?
Ja, unbedingt. Bei Tischglas sind die Kanten sichtbar und werden häufig berührt. Ohne Kantenschliff sind die Glaskanten scharf und können Schnittverletzungen verursachen. Wir empfehlen für Tischglas immer mindestens eine polierte Kante. Wenn Sie das Erscheinungsbild aufwerten möchten, können Sie auch einen Facettenschliff wählen, der dem Tischglas ein luxuriöses Aussehen verleiht. Der Kantenschliff erhöht zudem leicht die Biegefestigkeit des Glases.
Kann man taustamaalatun lasin pestä?
Die Vorderseite (unlackierte Seite) des Glases können Sie normal mit Glasreiniger reinigen. Die Rückseite (lackierte Seite) verträgt weder Reinigung noch Scheuern und muss immer an einer anderen Oberfläche (Wand, Tischplatte) geschützt sein. Verwenden Sie niemals scheuernde Reinigungsmittel oder raue Tücher bei rücklackiertem Glas, auch nicht auf der Vorderseite, da diese das Glas zerkratzen können. Mikrofasertuch und Glasreiniger sind die besten Optionen. Rücklackiertes Glas ist für den Innenbereich vorgesehen, und die lackierte Oberfläche ist immer geschützt.
Auf welcher Seite des Glases wird lackiert?
Die Lackierung erfolgt immer auf der Rückseite des Glases. Wenn Sie das Glas z.B. an einer Wand montieren, liegt die lackierte Seite an der Wand und die Vorderseite des Glases zeigt zum Betrachter. So ist die lackierte Oberfläche vor Kratzern und Verschleiß geschützt. Wenn Sie das Glas von vorne betrachten, sehen Sie die Lackfarbe durch das Glas hindurch. Deshalb empfehlen wir extraklares Glas als Basis – es verfälscht die Farbe weniger als normales Glas. In unserem Kalkulator zeigt die Maßzeichnung bei rücklackiertem Glas die unlackierte Vorderseite – die Lackierung befindet sich auf der Rückseite.
Verändert sich die Farbe hinter dem Glas?
Ja, leicht. Glas „beschattet" bzw. verdunkelt die Lackfarbe leicht und verändert den Farbton etwas. Je dicker das Glas, desto stärker die Farbveränderung. Normales Glas verleiht insbesondere weißen und hellen Farben einen starken Grünstich. Extraklares Glas (Optiwhite) reduziert diesen Effekt erheblich, beseitigt ihn aber nicht vollständig. Schwarz ändert sich kaum, dunkle Farben ändern sich nur wenig, aber helle und leuchtende Farben können sich merklich verändern.
Ist die Rücklackierung feuchtigkeitsbeständig?
Die Rücklackierung hält normaler Raumluftfeuchtigkeit gut stand, aber die lackierte Oberfläche darf nicht in dauerhaftem Kontakt mit Wasser stehen. Deshalb muss die lackierte Seite immer gegen eine feste Oberfläche (Wand, Tischplatte) installiert werden. Rücklackiertes Glas kann als Küchenrückwand und Badezimmerwandglas verwendet werden, solange die lackierte Seite gegen die Wand geschützt ist. Verwenden Sie rücklackiertes Glas nicht im Außenbereich oder in Anwendungen, bei denen die lackierte Oberfläche direkt mit Wasser in Kontakt kommt. Auf Anfrage ist auch eine Pulverbeschichtung der Glasrückseite möglich, die die Beschichtung sehr hart und für den Außenbereich geeignet macht.
Kann gehärtetes Glas nachträglich gebohrt werden?
Nein. Gehärtetes Glas kann nach der Härtung in keiner Weise mehr bearbeitet werden – nicht gebohrt, geschnitten, geschliffen oder gefräst. Beim Härtungsprozess entsteht im Glas eine extrem starke Spannungsstruktur, und wenn auch nur der kleinste Fehler erzeugt wird (z.B. eine Bohrung), wird die gesamte Spannung freigesetzt und das Glas zerfällt in kleine Stücke. Alle Bearbeitungen – Bohrungen, Schnitte, Schliffe, Fräsungen – müssen VOR der Härtung durchgeführt werden. Es ist äußerst wichtig, alle erforderlichen Bohrungen und Bearbeitungen in der Bestellphase sorgfältig zu planen.
Kann der Facettenschliff auf gehärtetem Glas gemacht werden?
Ja, aber der Facettenschliff muss VOR der Härtung durchgeführt werden. Gehärtetes Glas kann nach der Härtung nicht mehr bearbeitet werden. Bei der Bestellung wählen Sie sowohl Härtung als auch Facettenschliff, und wir bearbeiten das Glas in der richtigen Reihenfolge: Zuerst wird die Facette geschliffen, dann wird das Glas gehärtet. Zu beachten ist, dass der Facettenbereich in der Regel nicht vollständig durchhärtet, da sich die Glasdicke im Facettenbereich ändert. Facettengeschliffenes gehärtetes Glas ist eine hervorragende Wahl z.B. für Kaminbodenplatten, die sowohl Sicherheit (Härtung) als auch ein luxuriöses Erscheinungsbild (Facette) erfordern.
Was ist Feinschliff und wann wird er verwendet?
Feinschliff ist ein matter Kantenschliff, bei dem die Glaskante glatt geschliffen, aber nicht klar poliert wird. Die Kante erscheint matt und etwas heller als bei Politur. Feinschliff wird häufig verwendet: 1) Wenn ein mattes, ästhetisches Erscheinungsbild gewünscht ist, 2) Wenn die Glaskante nicht vollständig sichtbar ist, aber dennoch eine Veredelung benötigt, 3) Wenn der Kantengrünstich reduziert werden soll (matte Oberfläche reflektiert weniger).
Können Bohrungen teilweise überlappen?
Ja, aber nur teilweise. Bohrungen können mindestens zu 1/3 überlappen, wodurch eine längere Öffnung entsteht. Zum Beispiel können bei zwei teilweise überlappenden 40mm-Bohrungen eine ca. 60mm lange Öffnung entstehen. Dies ist nützlich für Kabeldurchführungen oder andere Sonderformen. Die Bohrungskanten können ggf. gerade bearbeitet werden, wenn das Produktionsverfahren dies erfordert. Beachten Sie, dass teilweise überlappende Bohrungen die Glasfestigkeit in diesem Bereich schwächen. Solches Glas sollte daher immer gehärtet werden. Auf Anfrage können wir auch verschiedene Sonderöffnungen und Fräsungen per CNC herstellen.



















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